Archiv der Kategorie: Touren

„Under Construction“: Von Deutz zum Hbf

Nach dem vergleichsweise gemütlichen Blog-Start im Rheinpark führt mich mein zweiter Trip geradewegs ins Auge eines, wie es scheint, unablässig rotierenden Baustellenhurricans. In der Tat erwartet den geneigten Köln-Besucher, sofern er mit dem Zug anreist, eine wenig anheimelnde Szenerie. Aber nun mal schön der Reihe nach…

P1010205AFängt ja gut an: Hyatt-Hotel, Lanxess-Tower und der noch im Bau befindliche Rheinboulevard ergeben zusammen mit den Kranhäusern ein für Kölner Verhältnisse erstaunlich stimmiges Gesamtbild.P1010202A
Doppelt hält besser:
Auch wenn die Hohenzollernbrücke oft an die tausend Tonnen tragen muss – die moralische Last tausender Liebesschwur-Schlösser wiegt inzwischen sicher deutlich schwerer.P1010220

Brachfläche: Vor dem Mondial – Hotel entstand auf dem Deckel der  Stadtbahn-Baustelle der Kurt-Hackenberg-Platz, dessen Bestimmung sich auch nach mehrmaliger Betrachtung nicht unbedingt erschließt. P1010224
Lauf um dein Leben: Im Tunnel unter dem Museum Ludwig ist der Fluchtweg genauso kurz, wie das dazugehörige Schild bizarr. Wer hier den rettenden Weg nicht findet, dem kann echt nicht geholfen werden!P1010226

Maria Himmelfahrt: Verloren wirkt der Turm der mächtigen Barock(!)kirche im Gewimmel der Baukräne. Wanderer, kommst Du nach Köln – nimm das! Gott sei Dank befindet sich der Dom gleich um die Ecke. P1010231
Nicht wirklich:
Der hier erwähnte Schatz aus der Nibelungensage scheint in den Katakomben unter dem Bahnhof trotz direkter Rheinnähe so unauffindbar wie an kaum einem anderen Ort.


Fazit:
Rund um Hauptbahnhof und Dom finden sich nach wie vor Kölns schäbigste Ecken. Das Beste daran sind noch die nimmermüden Versuche der Stadtverwaltung, hier Abhilfe zu schaffen. Leider bleibt dieses Bemühen schon seit Generationen erfolglos.

Alle Fotos stammen vom Autor

Forever young: Der Kölner Rheinpark

Okay – es geht los! Meine erste Exkursion startet in Mülheim, einem Stadtteil, der in den letzten Jahrzehnten einen Wandel von einem grauen, von Industrie geprägten Vorort zu einer der begehrtesten Wohngegenden von Köln erlebt hat. Kurz nach der Überquerung der Mülheimer Hafenbrücke erreiche ich den Kölner Jugendpark.

Welcome to the Jungle: Im KölnerJugendpark trifft sich seit 30 Jahren die Elite der BMX-Szene. Die Ausläufer des Rheinparks verwandeln sich in dieser Zeit in eine Art Freestyle-Woodstock.P1010160

Flower Power: Im Gegensatz zu anderen Kölner Parks sind die Beete und Wiesenflächen im Rheinpark gepflegt. Trotz seiner Größe und Stadtnähe ist er ein Geheimtipp für Ruhesuchende geblieben.

Tanzbrunnen: Hier schwoften schon die Eltern bei Riesling Spätlese zu den Rhythmen von Hugo Strassers Tanzorchester. Unverwüstlich: die legendäre Talentprobe für nervenstarke Nachwuchskünstler.

Wenn sonst nichts geht: Während der Sommersaison kurvt eine dieselgetriebene Tram im Phantasialand-Look  Gäste aus aller Welt zuverlässig durch die sehenswerte Park- und Brunnenlandschaft.

Under the bridge: Zwischen Bläck-Fööss Plakat und maroder Architektur ist bisweilen Platz für ein ganzes Leben. Zur gleichen Zeit wird in den darüberliegenden Rheinterassen ausgelassen gefeiert.

P1010181Statement: Der Messeturm ließ einst die Farben von 4711  gelb-türkis über Köln erstrahlen. Aktuell glimmt ein RTL/VOX – Emblem an der Spitze, und auch der Turm selbst hat schon bessere Tage gesehen.

Fazit: Insgesamt ist der in seiner heutigen Form aus den 50er Jahren stammende Rheinpark ein schönes und erstaunlich gut erhaltenes Architekturensemble und eine Oase der Ruhe – nicht nur für japanische Touristen…

Alle Fotos stammen vom Autor