Drunter und Drüber: Unterwegs in der Altstadt

Als ich das erste Mal eher zufällig in der Haltestelle Heumarkt lande, habe ich keine Kamera dabei. Die anschließende Begehung des mehrstöckigen Bauwerks verschlägt mir jedoch in jeder Beziehung den Atem, und so beschließe ich, mir das Ganze bei Gelegenheit noch einmal genauer anzuschauen. Neu in dieser Folge:
Größere Vorschaubilder und noch sophistischere Texte.

Moma Kölle
MOMA light: Man muss nicht in die Metropolen dieser Welt fahren um kühne Architektur bestaunen zu können. Was hier ein wenig wie gemalt rüberkommt, ist lediglich die Zwischenetage der neuen KVB-Haltestelle am Heumarkt. Unten rechts ist die Anzeigetafel der einzigen dort (sporadisch) verkehrenden Bahnlinie zu sehen.

Unfassbar
Nicht zu fassen: Ein Blick nach unten kann bei nicht schwindelfreien Besuchern der Haltestelle bisweilen leichtes Unwohlsein auslösen. Die verwendeten Materialen jedoch lassen im Gegensatz zu denen manch‘ belebterer Haltestelle an Hochwertigkeit nichts zu wünschen übrig. Einzig Fahrgäste sucht man hier meist vergeblich.

Statioclinus Rex
Statioclinus Rex: Tatsächlich besitzt unsere (übrigens nur einen Steinwurf vom Krater des eingestürzten Stadtarchivs befindliche) Vorzeigehaltestelle auch eine eigene Reinigungsmaschine von saurierhaften Ausmaßen. Die Maschine selbst wiederum wird von einer eigenen Löschanlage betreut. Das nenne ich vorschriftsmäßig!

Such a Shame
Große Namen: Das seit Jahren in einer unansehnlichen Dauerbaustelle gefangene Wallraf-Richartz-Museum protzt nicht nur an seiner Fassade mit allem, was Rang und Namen hat. Leider ist es zurzeit nicht nur für Touristen schwierig, zwischen den üblichen Absperrungen den Eingang des Kunsttempels zu finden.

Dionysos
Weingeist: Leute, es handelt sich hier um ein echtes Kunstwerk und nicht um eine unter dem Dom steckengebliebene Figur des Kölner Rosenmontagszuges. Derart lieblos abgestellt zu werden, hat der 1973 von Hans Karl Burgeff gestaltete Dionysos-Brunnen nicht verdient. Vermutlich hat der Besitzer ihn hier einfach vergessen.

Neugestaltung
Versprochen ist versprochen: Im September 2014 besuchte ich die „östliche Domumgehung“ schon einmal und bemängelte seinerzeit das jämmerliche Entree, welches den soeben enthusiastisch seinem Zug entstiegenen Köln-Besucher empfängt.  Und nun: der Mörtel ist angerührt und die Baumaschine gar kunstvoll bemalt. Läuft bei uns!

Fazit: Die Schizophrenie kölschen Daseins wird zwischen Heumarkt und HBF nach wie vor besonders eindrücklich sichtbar. Luxus, den man sich weder leisten kann, noch leisten sollte, korrespondiert mit der Endlosschleife „Neugestaltung der“. Wird Zeit, dass über diesen Murks mal wieder ein paar Tonnen Konfetti geworfen werden…

Alle Fotos stammen vom Autor