Angels: Der Kölner Südfriedhof

Trotz Zeitmangels nun doch ein weiterer Beitrag, diesmal mit Fotos aus dem Sommer dieses Jahres – kurz nach dem Erwerb eines neuen Teleobjektivs. Der fachlich geschulte Betrachter wird eine exzessive Neigung zur Auslotung des Schärfentiefebereichs feststellen. Zu meiner Entschuldigung sei angeführt, dass Engel sich bauartbedingt oftmals generell einer scharfen Ablichtung verweigern.

AngelEntrückt: Nicht auf, sondern vor dem Friedhof wartet diese Grabfigur beim Steinmetz auf ihren endgültigen Einsatzort. Schlafend oder wachend: Viel entspannter kann man nicht dreinschauen.

HimmelspforteJetzt ist es raus: Der Anfang und vermutlich auch das Ende eines Engelsdaseins finden an einen ziemlich profanen Ort statt. Vielleicht fliegt die Kundin aber auch nur zu einer kleinen Revision ein.

Two HeartsTwo Hearts: Phil Collins hätte seine helle Freude an dieser in der Ausführung tadellosen Arbeit, welche sich vermutlich eines schönen Tages auf einem gepflegten Doppelgrab wiederfinden wird.

SchlachtfeldKameraden: (Warum) Müssen Soldaten eigentlich über den Tod hinaus strammstehen? Zumindest verdeutlicht die Anordnung eindrücklich den tausendfachen Marsch ins Verderben.

IngeleinIngelein: Die einfache Inschrift spricht Bände über eine innige Liebe. Unweigerlich wird man dabei an den Verlust von Engeln erinnert, die einem  selbst nahestanden.
Farewell and Rest in Peace!

JenseitsAusblick: Wie bin ich heute eigentlich drauf? Zeit für einen Stimmungsaufheller? Nee, wir ziehen das durch, Leute. Der Tod lauert überall. Auch hinter der Hecke, im hellen Sonnenschein.

Fazit:  Die proprietäre Friedhofsruhe versetzt den Besucher in die Situation, inmitten eines zumeist hektischen Umraums mal über ein paar Nebensächlichkeiten wie das eigene Ableben nachdenken zu können.  Auf dem Südfriedhof gelingt das, dank der weitestgehenden Abwesenheit von Promigräbern, besonders gut.

Alle Fotos stammen vom Autor